Rocznik Towarzystwa Heraldycznego We Lwowie

 
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Die in Gnaty-Pietkowo bzw. Gnaty-Thopicewo ansässigen Familie des Namens Gnatowski haben im Jahr 1550 eine Gerichtsverhandlung angestrengt, die ihre adlige Abstammung nachweisen sollte.Dank der beigebrachten Zeugen gelang ihnen der Nachweis. Bei dieser verhandlung wurde außerdem festgestellt, daß die Vorfahren laut Volksmund aus dem Ort Pobezanie, einem Ort an der unmittelbaren Grenze Masowiens zu dem früheren Sassenlande stammen. In einem späteren Kapitel wird dieser Ort eine wesentliche Rolle beim Übergang der Familie Gnatowski von Masowien nach dem Sassenland, verbunden mit der anschließenden Ansiedlung im Ermland, spielen.
 
Der lateinische Text listet eine Reihe von familienästen auf und stellt außerdem den Bezug zur masowischen Stammlinie (Lada) auf. Hier die Übersetzung:[1]

"334. Drohiczyn, Landjahr, 15. Septemebr 1550

Es kamen persönlich vor Gericht und zur Vorlage der Akten im Gebiet Drohiczyn, die Edlen Valentin, Franz, des seligen Nikolaus, Johannes, des seligen Johannes Calixtus, Sebastian und mathias, des seligen Stanislaus Söhne, die Erben von Gnathy Thopicevo im Bezirk Bielstein, um darzulegen, daß ihre adlige Geburt wahr und legitim sei. Sie führten sechs Adlige herbei, die erklärten, daß der ursprung ihres Adels von den adligen Urgroßvätern, Großvätern unf Vätern herrühre. Und zuerst brachten sie gemäß der vorschrift des Gesetzes zwei Adlige herbei, bartholomeus, des seligen Peter, Paul, des seligen nikolaus Söhne, die Erben von Ussa im Bezirk Drohiczyn.

Diese vorgeführten Zeugen standen persönlich vor Gericht und bekannten öffentlich, daß die Edlen Valentin, Franz, Johannes Calixtus, Sebastian und mathias, die Erben von Gnathy Thopicevo, wahre Adlige seien, und daß ihre Vetternvom Großvater Racibor Usseniski abstammten, und daß sie väterlicherseite in der Volkssprache Pobozanie genannt würden.

Zweitens stellten sie von der Familie der Mutter zwei andere Adlige auf, Mathias und Johannes, die Erben vom Kleineren Ussa. Die beiden Adligen versicherten feierlich, daß die Edlen Valentin, Franz, Johannes calixtus, Sebastian und Mathias Adlige Gnathowsky seien, weil von ihrer Vorfahrin Margarethe von Strakovo, geboren im Bezirk Nurensis, die großmutter jener, Catharina Garnianka von Philipi, abatammte, und daß ihre mutter adlig war, die vom Geschlecht und von der Seite derjenigen abstammte, die in der Volkssprache Polkozy genannt werden.

Dann führten sie drittens zwei Adlige herbei, Stanislaus, des seligen Jakob und Stanislaus, des Leonardus Söhne, die Erben von Gnathy im Bezirk Drohiczyn, die persönlich vor gericht standen und so Zeugnis ablegten, daß die Edlen valentin, franz, Johannes Calixtus, Sebastian und Mathias, des seligen Stanislaus Söhne, Erben von Gnathy Thopicevo, wirkliche Adlige Gnathowsky[2] seien, da von ihren adligen Vorfahren die Großmutter des Vaters, die selige Dorothea Gnathowska abstammte, und daß sie die Brüder derjenigen von dem Kleinod seien, das Lady genannt wird.

Freilich haben die obengenannten herbeigeführten Zeugen die Anerkennung jener und das wahre Zeugnis vor dem Bild des Kreuzes wirklich beschworen. Und das gericht hat nach Vernehmung der herbeiführten obengenannten adligen Zeugen und nach Anhörung des Zeugenbeweises beschlossen, die vorgenannten edlen valentin, Franz, des seligen Nikolaus, Johannes, des seligen Stanislaus Söhne, zu Erbenn von Gnathy Piethkovo (sic!) zu machen und sie für wahre Adlige zu halten, die überall als wirkliche Adlige eingeschätzt und angesehen werden sollen."

FUßNOTEN

  1. [^]Alfred von der Lehr, Die Gnatowskis. Die Geschichte einer masowischen Familie., Warsaw 1983, S. 27-28.
  2. [^]Im lateinischen Original: "Gnathowscy"

REFERENZEN

  • Semkowicza, Władysława. Rocznik Towarzystwa Heraldycznego we Lwowie. Tom III 1911-1912. Lwów : 1908 - 1932.
  • von der Lehr, Alfred. Die Gnatowskis. Die Geschichte einer masowischen Familie. Fürth : Selbstverlag 2000. ISBN-Nr: 3-00-005311-5