Familie Gnatowski, Wappen Lada, ansässig seit vielen Generationen in der Ortschaft Gnaty, Pfarrei Winnica, Land Zakroczym (Gnaty-Zarazy, Gnaty-Szczepankowo, Gnaty-Gromadze) stammt - wie aufgeführt im ältestem Wappenbuch des Polnischen Rittertums (Paprocki, 1580) - von einem gemeinsamen Stamm Lada, angesiedelt im Ort Lada, Land Zakroczym.

Folgende Daten über die Familie Gnatowski wurden in den späteren Wappenbüchern von Niesiecki, Uruski, Boniecki und im Buch "Notizen über den Wappenadel Masowiens" (Hauptleseraum des Nationalen Bibliothek in Warschau) aufgeführt:

Boniecki und Autor Anonymus schreiben: zu Zeit des Boleslaw Wstydliwy (der Scheue) im Jahre 1248, während der Erbe des Landes Lada genannt seine Lehnsleute bei der Arbeit im Feld beaufsichtigte, wurde er plötzlich von den Jadzwings (die nach dem Tode des Masowischen Prinzen Konrad, zusammen mit den Litauern Raubzüge im Lande verübten) eingekreist, wobei er viele erschoss, danach flüchtete er in den nahegelegenen Forst, die dort gefundenen Jagdmistgabeln dem Masowischen Prinzen zeigte und zusammen mit diesem die feindlichen Horden zur Flucht zwang.

Diese Geschichte scheint die Entstehung des Ritterwappens Lada zu bestätigen, welcher (nach Paprocki) eine Abwandlung des Wappens Jastrzebiec (Habicht) ist. Auf einem Feld wurden hier ein Pfeil und eine Mistgabel auf beiden Seiten eines Hufeisens mit einem Kreuz darauf aufgemalt und - bei der adeligen Krone - ein Löwe mit einem Schwert.

In späteren Zeiten haben sich einige Familienmitglieder des Hauses Lada in anderen Ortschaften Masowiens angesiedelt und hier, ende des XV - Anfang des XVI Jahrhunderts haben sie die Namen der Ländereien dem Namen Lada beigefügt. Auf diese Weise sind adelige Namen wie: Bienkowski, Bogdanowicz, Borzymowski, Brodowski, Czarnowski, Czerniakowski, Dobrzyszewski, Gnatowski, Gradzki, Grodzicki, Klodnicki, Koronowski, Kowalewski, Lipski, Lazowski, Moczarski, Noskowski, Proszkowski, Radonski, Skrzynski, Sluzewiecki, Sznerzynski, Wasowski, Zablocki, Zaleski, Zawistowski entstanden. Alle mit dem Wappen Lada.

Die älteste Informationsquelle über den Zweig der Familie Lada, die sich in Gnaty, Land Zakroczym angesiedelt hat ("Notizen über Wappenadel Masowiens") nennt im Zeitraum vom 1453 bis 1537 über zwanzig Repräsentanten dieser Familie, beginnend mit Nyemerzy (Niemiry), Wappen Lada de Gnathy, mit Datum vom 22.02.1453. Nicht ohne Grund hat Paprocki im Jahre 1580 (Wappenkunde des Polnischen Rittertums) die Gnatowskis das alteingesessene adelige Haus genannt.

Zur Zeit Jagiellons haben sich viele Mitglieder der Familie Gnatowski auf den Ostgebieten Polens angesiedelt: Wolyn, Podole, Raum Kiev und bis zuletzt haben sie das hohe Niveau des Landadels beibehalten. Von diesem Familienzweig stammt der Priester Prälat Jan Gnatowski (Jan Lada) ab - Schriftsteller, Redakteur, Publizist, verstorben nach dem 1. Weltkrieg.

Boniecki hat in seinem Wappenbuch angegeben, dass 15 Gnatowskis die Wahl des Königs August des Starken im Namen des Landes Zakroczym unterschrieben haben, nämlich: Kazimierz, Michal, zwei Walentys, zwei Adams, zwei Simons, Fabian-Tomasz, Jerzy, Pawel, Stanislaw und Stefan.

Maciej und Wawrzyniec, Landesgerichtsvollzieher und Kaputzenrichter des Landes Zakroczym, haben im Namen dieses Landes die Wahl des Königs Stanislaw August unterschrieben.

Eine der Familienlinien des Hauses Gnatowski, die uns besonders interessiert, wohnte in Zalesie, Pfarrei Przewodowo, Bezirk Pultusk. Es fehlen dokumentierte Daten über die Anfänge der Ansiedlung in Zalesie durch Familie Gnatowski. Nur aufgrund einer mündlichen Geschichte, stammenden von Wladyslaw Gnatowski, des im Jahre 1894 verstorbenen Großvaters des unten unterzeichnenden Bronislaw Gnatowski - war er - Wladyslaw Michal Gnatowski - die neunte Generation seiner Familie, die in Zalesie wohnte.

Abschriften der Abstammungsurkunden des Buches Nr. 877 der Pfarrei Przewodowo für die Zeit vom 1696 bis 1776, welches im Archiv der Diözese in Plock aufbewahrt wird, dokumentieren folgende Daten betreffend diesen Familienstamm: Stefan Gnatowski, geboren etwa 1666, verstorben am 14.08.1726 und seine Frau Teresa, geboren etwa 1676, verstorben am 19.05.1743.

Przewodowo 877
Abstammungsurkunden des Buches Nr. 877 der Pfarrei Przewodowo

Kinder von Stefan und Teresa, Eheleute Gnatowski:

  1. Marianna, geb. 05.01.1698, verst. 24.12.1718
  2. Franciszek, geb. 25.03.1700
  3. Kazimierz, geb. 29.02.1704, verst. 17.05.1712
  4. Pawel, geb. 25.03.1708, verst. 17.08.1775
  5. Walerian, geb. 13.04.1713

Anmerkung: der o.g. Walerian Gnatowski wird in den Geburtsurkunden seiner Neffen Michal (1743) und Tomasz (1755) als deren Patenonkel erwähnt, genannt wird er dort Kastellan des Landes Zakroczym. Im Wappenbuch des Uruski (Familie- Wappenbuch des Polnischen Adels) wird der gleiche Walerian als Landgerichtsvollzieher und Kaputzenrichter des Landes Zakroczym, und sein Sohn Blazej als Pächter, Vizeregent und in den Jahren 1778 - 1794 Kastellan des Landes Zakroczym genannt.

Kinder von Franciszek und Magdalena, geb. Sosnowski:

  1. Antoni, geb. 14.01.1732, verst. 21.01.1732
  2. Ludwik, geb. 24.08.1733, verst. 20.05.1759
  3. Franciszek, geb. 26.08.1736
  4. Marianna-Matylda, geb. 01.04.1742
  5. Katarzyna, geb. 18.04.1745
  6. Tomasz, geb. 28.12.1755

Kinder von Pawel und Marianna, geb. Dziedzicki:

  1. Michal, geb. 29.09.1743
  2. Mikolaj, geb. 06.12.1745
  3. Benedykt, geb. 18.02.1750
  4. Joachim-Jozef, geb. 02.09.1752
  5. Antonina, geb. 28.05.1755
  6. Rozalia, geb. 20.08.1763

Hier enden die uns interessierenden Daten über die Familie Gnatowski aus Zalesie, die im Urkundenbuch Nr. 877 der Pfarrei Przewodowo notiert wurden. Diese Daten können unvollständig sein, da - nach Information des Archivleiters, Pfarrer T. Zebrowski, - im Buch fehlen einige Seiten in der Mitte.

Alle Eintragungen aus dieser Zeit sind in Latein. Bei den Namen der Hauptpersonen (Gnatowski) und bei den, die als Zeugen oder Pateneltern vertreten sind ( Zaleski, Kesicki, Pomaski, Debowski, Dziedzicki, Ostaszewski, Obidzinski, Kolakowski, Mostowski und andere) wird deren adliger Status durch den Zusatz "nobilis" oder "generosus" vermerkt. In Späteren Urkunden, ab 1808, wurden diese lateinischen Bezeichnungen durch das polnische Wort "urodzony" (geboren) ersetzt.

Das Urkundenbuch für die Zeit vom 1777 bis 1807 ist weder in der Kanzlei der Pfarrei in Przewodowo, noch im Archiv der Diözese im Plock erhalten geblieben, so dass auf diesem Wege nicht festgestellt werden kann, welcher Sohn von Franciszek und Magdalena Gnatowski oder einer der Söhne von Pawel und Marianna Gnatowski Vorfahre der für uns interessanten Linie der Familie Gnatowski aus Zalesie ist. Es fehlen eine oder zwei Generationen.

Aufgrund der Urkundenbücher, die nach 1807 erstellt wurden und der Abschriften dieser Bücher, erhalten vom Pfarrer Szczepanski aus Przewodowo, betreffend der Familie Gnatowski aus Zalesie, wurde folgendes festgestellt:

Am 25.09.1831 starb im Alter von 44 Jahren Stanislaw Gnatowski, Ehemann von Aniela, geb. Szczepkowski, geboren - wie wir daraus schließen - etwa 1787, und war also einer der Söhne von Franciszek oder von Pawel Gnatowski, und Nachfahre in gerader Linie von Stefan Gnatowski.

II.    Kinder von Stanislaw und Aniela Szczepkowski, Eheleute Gnatowski:

  1. Wladyslaw-Michal, geb. 29.09.1821, verst. 25.05.1894
  2. Piotr-Aleksander, geb. 29.04.1824
  3. Mikolaj-Mateusz, geb. 09.09.1827
  4. Franciszka, geb. 08.03.1819
  5. Katarzyna-Petronela, geb. 29.04.1830

III.    Kinder von Wladyslaw und Barbara, geb. Kozniewski:

  1. Aleksander-Teofil, geb. 27.02.1855, verst. 13.11.1919
  2. Stanislaw
  3. Ludwika, verh. Oldakowska
  4. Bronislawa, verh. Naleczowa)
  5. Jozefa, verh. Ostrowska

IV.    Kinder von Mikolaj und Florentyna, geb. Kozniewski: Albin, Bronislaw, Jan, Paulina-Scholastyka, verh. Dlugolecka V.    Kinder von Aleksander und Anna, geb. Oldakowski:

  1. Bronislaw, geb. 28.11.1885
  2. Walery, geb. 1893, verst. 1963 in den USA
  3. Henryk, geb. 1897
  4. Albin, geb. 1905, verst. 1945
  5. Maksyma, geb. 1888, verst. 1937
  6. Czeslawa, geb. 1890
  7. Bronislawa, geb. 1901

Vermerk: Daten bezüglich III, IV und V wurden aufgrund der Familienkenntnis angegeben

Das Dorf Zalesie, früher im Besitz der Familie Zaleski ging (wahrscheinlich durch Heirat) in den Besitz der Familie Gnatowski über. In den Jahren 1698 und 1700 sind zwei Vertreter der Familie Zaleski (Valentinus Zaleski und Eva Zaleski) in den Registern der Familie Gnatowski vertreten. Mit der Zeit, aufgrund von Teilung zwischen Familienmitgliedern und langsamer Verarmung, wurde Zalesie zerstückelt und verkleinert, jedoch bis zuletzt wird dieser Teil, der im Besitz der Familie Gnatowski geblieben ist, in den Steuerkatastern als Landgut bezeichnet, im Gegensatz zum Rest des ehemaligen Besitzes.

Etwa 1880 verließ der o.g. Wladyslaw Michal Gnatowski Zalesie, zusammen mit seinen erwachsenen und minderjährigen Kindern, und siedelte sich in seinem neuerworbenen, ein paar Morgen großem Landgut in Prusinowice, Kreis Pultusk, an.

Erstellt von Bronislaw Gnatowski
Warschau, 01.07.1963