Die Filiation von Zygmunt Gnatowski

von "Die Gnatowskis. Die Geschichte einer masowischen Familie" auf Alfred von der Lehr
ISBN-Nr: 3-00-005311-5

Auch von Frau Jablonska erfahren wir über das verwandtschaftliche Verhältnis von Zygmunt und Jan Gnatowski leider keine Einzelheiten. Aus den bereits zitierten Adelsbücher läßt sich die Abstammung von Zygmunt Gnatowski ebenfalls nicht genau kläreen, da dort unterschiedliche Stammbäume angegeben werden.

Aus dem Text von "Rocznik Towarzystwa Heraldycznego we Lwowie" (Abschnitt 2.2) ergibt sich der folgende Stammbaum:

Family_Rocznik

Dieser Stammbaum gibt jedoch nur en mögliches Bild der Abstammung von Zygmunt Gnatowski wieder. Inwiefern er komplett ist, wissen wir nicht. In zwei Punkten ist er aber nich korrekt: Erstens hieß der Vater von Zygmunt und Pawel nich Josef, sondern Henryk und zweitens fehlt der Bruder und Prälat Jan Gnatowski in dieser Aufstellung.

Ein anderes Rätsel liefert Frau Jablonska selbst: als Zygmunt Gnatowski wegen seiner Krankheit eilig nach Hause abreiste und kurz darauf starb, richtete Pawel ein Telegramm an die Vertrauten in Zakopane. An einer Stelle in ihrem Buch schreibt Frau Jablonska, daß das Telegramm nicht erst am siebten, sondern bereits einen Tag früher aufgegeben worden sei: hier wird von einem Pawel (Paul) Gnatowski, einem Cousin von Zygmunt Gnatowski berichtet, der in einem Telegramm den Tod von Zygmunt am 6.6.1906 mitteilte.

Pawel war ein Cousin des Prälaten Jan Gnatowski - so heißt es bei Frau Jablonska 1). Dem obigen Stammbaum nach war Paul allerdings ein Bruder von Zygmunt.

Auch Adam Boniecki schreibt in seinem "Herbarz Polski" (vgl. Abschnitt 2.1) daß Henryk die Söhne Zygmunt, Paul und Stanislaw hatte und Henryk der Sohn von Paul gewesen ist. Zu Jan Gnatowski heißt es bei Boniecki nur kurz: "Zudieser Familie gehört der Pfarrer und spätere Prälat Jan Gnatowski, welcher als Sekretär des päpstlichen Nuntius in München tätig war."

Daraus ergibt sich für diesen Familienzweig die wohl zutreffendere Filiation:

Pawel_Boniecki

Pawel und Stanislaw sind, wegen der unsicheren Quellenlage, nur mit durchbrochenen Pfeilen gekennzeichnet.

Es ist zu hoffen, daß mit dem Koliba-Haus nicht nur das Andenken an diese kunsthistorisch interessante polnische Epoche gepflegt wird, sondern auch an jenen Mann, der durch seinen Auftrag an Witkiewicz diese Möglichkeiten erst geschaffen hat und sich damit einen bleibenden Platz in der Geschichte sicherte.


Jablonska, S. 77, 112